Fachthemen

Nostalgie nach Noten

Beitrag: Rolf Saurer, September 10

Schon einige Jahre her ist es seit der Veröffentlichung der ersten Ausgabe der Zeitschrift "Der Elektromonteur". Unser Vorstandsmitglied Reto Meyer hat mir einige Seiten der ersten Ausgaben zugestellt und Ihr könnt diese in nachfolgendem PDF nachlesen. Viel Freude beim Studium der technisch hochanspruchsvollen Lektüre.

Elektromonteur.pdf

 

 

„Kriminaltango auf der Veranda“

Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Januar 09

Ein auf der Veranda eines EFH eingesteckter T12 Stecker bei welchem nur ein einzelner Draht angeschlossen war, weckte meine Aufmerksamkeit und das kriminaltechnische Räderwerk meines Hirnkastens begann sich zu bewegen. Ich verfolgte den Draht und stellte fest, dass das blanke andere Ende des Drahtes um die Führungsschiene der Aussenstoren gewickelt war.

Mittels eines Schalters im innern des Hauses, konnte der Hausbesitzer die Aussenstoren und ein Teil der Hausfassade während seiner Abwesenheit unter „Strom setzen“ um eventuelle Einbrecher zu „eliminieren“.

Ich liess meinen Seitenschneider „singen“ und setzte dieser Art von Verbrechensbekämpfung ein jähes Ende. (frei nach Jerry Cotton/Leutenegger)

 

 

Zum Glück gibt es Elektrokontrollen

Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Dezenber 08

Die Hauptverteilung eines Gewerbebetriebes musste überprüft werden. Ich entfernte die plombierte Abdeckung um die Anschlüsse der Hauptsicherung zu kontrollieren. Bei der Sichtkontrolle konnte ich am N – Trenner der 200 A Hauptsicherung nichts ungewöhnliches entdecken. Selbst das Berühren mit dem Finger zur „Temperaturkontrolle“ gab kein Anlass, dass irgend etwas nicht i.O. sei.

Und trotzdem, mein „7 Sinn“ gab mir den Eindruck, dass da was nicht stimmte. Mit dem Schraubenzieher berührte ich die Federscheibe der Verbindungslasche des N – Trenners, welche die M12 Schraube hätte sichern sollen. Die Federscheibe liess sich mühelos bewegen. Das hiess der N-Trenner war nicht festgezogen! Nach Information des Besitzers stellte ich die Stromzufuhr ab und behob, den unter Umständen fatalen Fehler, sofort.

Bei der Kurzschlusstrommessung im gleichen Gewerbebetrieb stellte ich auch noch einen grossen Unterschied zwischen der Kurzschlusstrommessung gegen PE ( 500A) und gegen Neutral/PEN-Leiter (2500A) fest. Beim Untersuchen der Ursachen stellte sich heraus, dass eine Verbindung zwischen N- Leiter (Trenner-Eingang) und der PE – Schiene/ Erder fehlte.

Das Gebäude war also immer noch nach System TT (Schutzerdung) installiert oder die Verbindung wurde beim Neubau vergessen. Ich kann also nicht davon ausgehen, dass was seit Jahren plombiert ist, auch immer in Ordnung ist.

 

 

Niedervoltbeleuchtungen

Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Dezember 07

Sind Niedervoltbeleuchtungen mit konventionellen Eisenkern Trafos eine Zeitbombe?
Was passiert wenn in einer Niedervolt Beleuchtung ein Kurzschluss entsteht?

 Gedanken über den Einsatz von Konventionellen Eisenkern Transformatoren für Niedervolt Beleuchtungs Anlagen.
In letzter Zeit habe ich bei periodischen Kontrollen gleich mehrmals hintereinander „Kriminelle“ Niedervolt-Beleuchtungsinstallationen bei Kunden angetroffen.

Hier einige Beispiele:

  • Ein 100VA Trafo und Sekudärseitig eine Tlf 2 x 0.75 mm2 Kabel Verdrahtung von Lämpli zu Lämpli.
  • Ein 300VA Trafo und Sekudärseitig bis zur "Seilbähnli Installation“ als Verlängerung ein Td Kabel 2 x 1.0 mm2
  • 2 Trafos à 100 VA parallel geschaltet ! und Sekundärseitig ein Kabel 2x 0.75 mm2

Diese drei Beispiele waren seit Jahren in Betrieb und funktionierten soweit gut da die Trafos nicht voll belastet waren. Was aber in einem Kurzschlussfall oder wenn beim Lampenwechsel Glühlampen mit grösserer Leistung eingesetzt würden, passieren könnte, konnten sich die Kunden nicht vorstellen.

Und dann noch dies: (Von einem Ing. mit Fachkundigkeit installiert)

  • Ein 500VA Trafo ! und sekundärseitig eine Leitung 2x 0.5 mm2 ! für Einbaulämpli in Hohldecke vorbereitet. Der Elektriker welcher nur noch die Lämpli hätte montieren sollen hat zum Glück die Installation zuerst „saniert“ und sie erst dann in Betrieb genommen.

Ein Test:

In einem Kurs bei Bruno Calamia hat er einen 300 VA Trafo Sekundärseitig nach ein paar Meter Leitung kurzgeschlossen. Das in den Sekundärstromkreis geschaltete Zangenampéremeter zeigte gut 300A ! an. Das im Trafo eingebaute Bimetall löste nicht aus.

Mit der Installation von NV-Beleuchtungsanlagen verhält es sich im Kurzschlussfall ähnlich wie in Niederspannungsanlagen. Je weiter weg vom Trafo der Kurzschluss eintritt, je dünner die Leitung ist, desto kleiner ist der Kurzschlussstrom welcher das Sicherheitselement beim Transformator ansprechen lässt. Im ungünstigsten Fall löst das Sicherheitselement nicht aus und die Leitung überhitzt sich oder beginnt zu Glühen.

Niedervoltbeleuchtungen installieren, ein Kinderspiel.
Niedervolt Beleuchtungen erfreuten sich immer mehr Beliebtheit. Die Einzelteile können überall gekauft und dass die Spannung ja nur 12 Volt beträgt (also „Isebähnli Strom“) wagen sich auch Laien, welche nicht so viel Ahnung vom Strom haben an die Selbstinstallation.

Auch sind sich, wie die Erfahrung zeigt, selbst die Elektroinstallateure nicht immer der potenziellen Gefahr welche von der installierten Kleinspannungs Starkstrom installation ausgeht bewusst. Die Transformatoren welche angepriesen werden sind oft sehr gut und manchmal auch für direkten Einbau in Möbelstücke vorgesehen. Natürlich liegt bei jedem Trafo auch eine genaue Beschreibung bei, welche auch über den verlangten Querschnitt und die maximale Länge der Sekundärleitung Auskunft gibt. Es gibt auch genau auf einander abgestimmte Systeme zu kaufen. Da ist der Leitungsquerschitt und die Länge der Leitung genau berechnet damit im Kurzschluss- oder Überlastfall auch das entsprechende Schutzelement im Trafo ansprechen kann. (Primärsicherung, Sekundär Sicherung, Übertemperatur-Schutz)

Nun, in der Praxis wie man aus den obigen Beispielen sieht, ist es oft ganz anders. Oft reicht die mitgelieferte Leitung nicht aus und der Laie oder Fachmann hilft sich mit einer Verlängerung oder mit dazu gekauften Seilen reicht es auch noch die Beleuchtungsanlage „um die Ecke“ zu verlängern. Im VSEK INFO No. 85/2000 hat Bruno Calamia von einem fast Brandfall berichtet.

Am Schluss stellt er einen Stromwächter vor, welcher in die Primärleitung, also dem Trafo vorgeschaltet werden kann und den Transformator inklusive der angeschlossenen Last überwacht. Mich hat die Sache interessiert und ich habe bei mir Zuhause einen solchen Stromwächter installiert. Es gibt verschiedene Typen z.B. 60 – 300VA . Die Installation ist sehr einfach und der Preis günstig ca. Fr.60.- Nach der Installation wird die Beleuchtung eingeschaltet und der Wert mittels Speichertaste gespeichert. Verändert sich die angeschlossene Last +/- 40 W schaltet das System ab. Also eine Abschaltung erfolgt bei Kurzschluss, Über- oder Unterlast. Nach beheben des Fehlers ist das System wieder betriebsbereit. Das ganze ist auch Dimmbar. Durch den Einbau des Stromwächters konnte ich sogar den 105VA Trafo (I=P/U 3x 35W = 105W / 12 Volt = 8.75A) abgangsseitig mit nur 1.5 mm2 verdrahten und nicht wie auf der Beschreibung des Trafos verlangt, mit 2.5mm2.

Im SEV Info No. 2013 / 2013.1 werden bezüglich NV- Installation nur einige Hinweise und Empfehlungen abgegeben.

Hier meine Frage in die Runde:
In Anbetracht der vielen Praxisbeispiele, welche Ihr Kollegen sicher auch ergänzen könntet, wäre da nicht eine klare Stellungnahme vom ESTI in Sachen Brandschutz von Nöten. Worin generell der Kurzschluss- und Überlastschutz mittels Stromüberwachung bei NV- Systemen klar gefordert wird?

 

 

Kalibrieren, rechtliche Aspekte und Verantwortung

Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, November 07

Ich möchte hier einige Gedanken über das Thema Kalibrieren weitergeben. Laut NIV müssen unsere Messgeräte kalibriert sein. Wer kontrolliert das? Wer fordert mich auf mein Messgerät zu kalibrieren? Wie oft muss denn mein Messgerät kalibriert werden? Warum ist denn das so wichtig?

Ein Fallbeispiel:

In einer Tiefgarage wird bei der periodischen Kontrolle der Ik an der letzten Steckdose gemessen und zeigt das erfreuliche Resultat von 140A an; vorgeschaltet ein LSC 13A. Also alles ok.

Kurz darauf passiert durch ein fehlerhaftes Gerät, welches eingesteckt wurde, ein tödlicher Unfall an dieser Steckdose. Die Untersuchungen ergeben, dass die Nullungsbedingungen 0.4 sec. an dieser Steckdose bei weitem nicht eingehalten wurden. Der letzte SINA wird hervorgeholt und der betreffende Kontrolleur muss seine Arbeit rechtfertigen. Bei Messvergleichen stellt sich heraus, dass das vom Kontrolleur benutzte Messgerät falsch gemessen hat, da es seit längerer Zeit nicht mehr kalibriert wurde. Der tatsächliche Kurzschlussstrom ist viel tiefer. Es wird den Untersuchungsrichter nicht gross beeindrucken, wenn dieser betreffende Kontrolleur einfach sagt, dass ihn niemand aufgefordert habe sein Messgerät zu kalibrieren.

Bei diversen Weiterbildungskursen und Tagungen welche ich in letzter Zeit besucht habe wurde immer mehr klargestellt, dass wir Kontrolleure eine grosse Verantwortung haben und uns nicht mehr immer vorgeschrieben wird was wir zu tun haben. In den Normen und Verordnungen steht nicht mehr so ganz genau wie, wo, was, wer tun soll. Vielmehr sind die Normen eben Normen und eine Norm gibt eben an in welchem Rahmen etwas sein soll. Wie diese Norm dann umgesetzt wird, verlangt von den Umsetzern und denjenigen welche die Umsetzung überprüfen, viel Verantwortung, Fachwissen und Selbstbewusstsein.

Viele jammern über die neue NIV und die Normen. In allen möglichen Veranstaltungen, Internetseiten und Blättern werden gescheite und dumme Fragen über die NIV und NIN gestellt. Mir scheint wir müssen vom pingeligen „Vorschriftenangsthasen“ oder „Erbsenzähler“ zum verantwortungsvollen, selbstbewussten Fachmann mutieren, welcher zu einer getroffenen Entscheidung auch stehen und sie begründen kann. Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst sein und unsere Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verrichten. Leben wir die neue Verordnung und halten wir uns an die Normen. Anstatt zu jammern ist es besser, sich ganz mit der neuen Situation zu identifizieren. Das bedeutet auch an den Weiterbildungsangeboten teilnehmen, sich mit der Materie auseinandersetzen und die wichtigsten Zeitschriften und Infoquellen nutzen.

Nun zum Schluss noch ein paar Antworten auf die eingangs gestellten Fragen: (die Fragen hatte ich mir auch selber gestellt und bei den zuständigen Stellen abgeklärt)

         • Messgeräte müssen kalibriert werden. (NIV Art. 27)
         • Die periodische Kalibrierung erfolgt auf eigene Verantwortung.
         • Sie richtet sich je nach Häufigkeit und Einsatzumgebung.
         • Die Herstellerfirma des Messgeräts kann Auskunft geben.

 

 

So, so..... 8 Jahre die Küche nicht mehr geputzt....!

Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Februar 07

Die Unterschrankbeleuchtung in der Küche funktioniert nicht mehr....so lautete der Text auf dem Regierapport. Tatsächlich die FL-Armatur unter dem Küchenwandschrank in der modernen, blitzblanken Küche hatte keine Spannung. Die Lampe, sagte die Kundin, schalte sie immer mit dem kleinen Schalter direkt bei der Lampe ein und aus. Ob es sonst noch irgendwo einen Schalter habe, fragte ich nach. Die Kundin beteuerte, dass der Schalter an der Lampe wirklich der einzige sei.

Irgendwie hatte ich eine Vermutung, dass da noch irgendwo ein Schalter sein muss, welcher jetzt ausgeschaltet ist. Das konnte ich natürlich nicht behaupten denn die Hausbesitzer wissen wohl besser wo alle Lichtschalter im Haus sind. Die zwei Kinder schauten ganz interessiert zu was jetzt wohl passiert. Ich fragte die Kundin ob sie in letzter Zeit etwas spezielles in der Küche gemacht habe. Nichts besonderes.... sagte sie: so das übliche Reinigen. Auch die Kaffeemaschine sei wieder einmal drangekommen, erzählte sie. Ich horchte auf, verschob die Kaffeemaschine um zu sehen wo sie eingesteckt war und siehe da..... eine Kleinkombination mit Schalter und Steckdose war dahinter versteckt.

Ich schaltete den Schalter ein.... und oh Wunder das Licht brannte wieder. Grosses erstaunen der Kundin, dass es da einen Schalter hat. Sie habe diesen Schalter in diesen 8 Jahren noch nie gesehen. Ich konnte mir die Bemerkung....so, so 8 Jahre die Küche nicht mehr geputzt...nicht verkneifen. Alle lachten und die Kinder hatten ihre helle Freude daran und meinten: Siehst du Mami jetzt kommt’s ans Licht.

 

 

Ein Morgenritual kann Lebensrettend sein

Beitrag: Michele Santoro / Redaktion Hans-Ruedi Leutenegger, Januar 07

Vor einiger Zeit bei einem Kunden war ich daran eine Steckdose in der Küche zu kontrollieren. Ich steckte mein NIV Gerät ein und betätigte die Testtaste. Mir fiel auf, dass mein Gerät die Messung sehr schnell beendet hat. Das Messergebnis des Kurzschlussstromes war,  wegen der vorgeschalteten 6A Sicherung, jedoch noch im grünen Bereich. Die folgende Kurzschlussmessung von L gegen N ergab einen viel höheren Wert. Dies liess mir keine Ruhe und ich öffnete die besagte Steckdose in der Küche. Die Farbe des Schutzleiters in der Steckdose war weiss/blau. Der Fall machte mich stutzig und ich nahm die Installation im dahinter liegenden Badezimmer genauer unter die Lupe. Im Spiegelkasten fand ich dann des Rätsels Lösung. Der vermeintliche blau/weisse „Schutzleiter“ war dort mit dem Lampendraht zusammengeklemmt. Im ausgeschalteten Zustand im Bad erhielt das NIV Messgerät über den Glühfaden der Lampe den Neutralleiter. Ich glaube es waren zwei 100 Watt Glühlampen parallel daran angeschlossen. Glühlampen haben im ausgeschalteten Zustand einen ziemlich kleinen Widerstand. An der Lebensgefährlichen Steckdose in der Küche wurde jeden Tag der Toaster mit Metallgehäuse eingesteckt und trotzdem ist nie ein Unfall passiert.

Hier folgt die Lebensrettende Geschichte dazu:

Jeden Tag haben die beiden Eheleute das gleiche Morgenritual gelebt. Sie war in der Küche und bereitete das Morgenessen vor und er machte  in dieser Zeit im Badezimmer die Morgentoilette. Das Licht im Bad war an und somit der Schutzleiter in der Küche unter Spannung. Sie wartete mit dem Einstecken des Toasters bis der Ehemann fertig war und in die Küche kam, dann steckte sie den Toaster ein, hielt ihn mit beiden Händen fest und stellte ihn auf den Tisch. Da das Licht im Bad ausgeschaltet wurde, führte der Schutzleiter in der Küche folglich keine Spannung mehr. So konnten die Beiden dank einem eingeschliffenen Ritual miteinander glücklich Alt werden. ….und wenn sie nicht gestorben sind….hat sie vor dem vorzeitigen Ableben die Installationskontrolle gerettet.

 

 

Dies hätte tödlich enden können

Beitrag:Stefan Nyffenegger / Hans-Ruedi Leutenegger, Januar 07

Ich war mit der Abnahmekontrolle eines Spiegelschrankes beschäftigt. Beim Berühren des Schutzleiterkontaktes der Steckdose wurde die Glühbirne meiner Ableuchttaschenlampe zerstört. Spannung !!! am Schutzleiterkontakt, ging es mir durch den Kopf. Ich untersuchte den Fall und tatsächlich da hat Einer gelb/schwarze Steuerdrähte als Lampendrähte für den Badventi benützt und der Nächste hat gelb/schwarz mit gelb/grün verwechselt und den Schutzkontakt der neu eingebauten Steckdose mit diesen Steuerdrähten zusammengeschaltet. Die Verursacherfirma behob umgehend diesen Fehler. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn an dieser Steckdose eine Kleinwaschmaschine eingesteckt worden wäre.

Zum Glück gab es keinen tödlichen Unfall. Aber man fragt sich schon wo die Ursachen so fataler Fehler liegen.

  • Wer hat Steuerdrähte anstatt Lampendrähte benützt ?
  • Wer hat die neue Steckdose eingebaut und überhaupt nicht verstanden was er tut ? War es ein Lehrling ? Ein Hilfsarbeiter ?
  • Wer hat die baubegleitende Erstprüfung durchgeführt ? Wurde sie überhaupt durchgeführt ?
 

 

Heisse Bettdecke

Beitrag: Dezember 06

Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus ist ein Sachschaden von rund 30'000.- Franken entstanden. Gemäss Kantonspolizei schüttelte ein Bewohner im ersten Stock wie gewohnt um 7 Uhr die Bettdecke am Fenster aus und legte sie zum auslüften auf das Fenstersims. Dann verliess er das Haus. Eine Stunde später bemerkten Anwohner den Brand in der Wohnung im ersten Stock. Die Ermittlungen ergaben, dass die Bettdecke einen Scheinwerfer mit Bewegungsmelder bedeckte. Der somit eingeschaltete Scheinwerfer erhitzte die Bettdecke, welche den Brand auslöste.

 

 

50 Jahre nichts passiert ....
Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, März 06

Kürzlich auf der Installationskontrolle meinte der Kunde: Ja die Steckdose der Kaffeemaschine in der Küche habe einen Kurzschluss. Auf die Frage, was er unter Kurzschluss verstehe, meinte der Kunde, dass er beim Berühren der Kaffeemaschine elektrisiert werde !

Die Überprüfung ergab, dass der Erdanschluss der Steckdose unter Spannung stand. Somit stand auch das Gehäuse der neuen Kaffeemaschine unter Spannung! Vor rund 50 Jahren wurde das Haus gebaut und diese Steckdose und zwei weitere Steckdosen in der gleichen Wohnung wurden falsch installiert, das heisst auch bei diesen Steckdosen stand der Schutzkontakt (der mittlere bei den Steckdosen) unter Spannung von 230 Volt.

Beim genaueren eruieren des „Falles“ stellte ich weiter fest, dass wahrscheinlich schon einmal jemand das „eklige Elektrisieren“ dieser Steckdose in der Küche gestört hat und kurzerhand den Stift welcher aus der Steckdose herausragte und unter Spannung stand, heraus brach und dabei die Steckdose kaputt ging

. .....Es ist doch gut gibt es die Installationskontrolle !

 

 

...immer wenn ik do mit Kelle Pflaschter usse nehme, mir Strom elektrisiere....
Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Februar 06

So erklärte mir der sichtlich verstörte Maurer sein Problem. Mit meinem Phasenprüfer kontrollierte ich ob seine Pflasterkiste unter Spannung stand. Auch die neue, nasse Wand und den Boden, nirgens war ein Potential vorhanden. Sicherheitshalber entfernte ich alle Sicherungen der Wohnung und erklärte dem Maurer, dass er wieder weiterarbeiten kann.

Mit dem Wohnungsinhaber ging ich noch in den darunterliegenden Keller um ein weiteres Installationsproblem zu besprechen. Ich schaltete ein paar Mal mit der Wechselschaltung im Keller das Licht ein und aus und stellte dabei fest, dass ein Lichtschalter defekt war. Wie ich so ein und aus schaltete hörte ich plötzlich in der Wohnung oberhalb den Maurer fluchen. „Jetzt wieder Strom uf mini Kiste....“ schimpfte der Maurer, dass es ihn jetzt gerade wieder „ stromelektrisiert“ hat. Wieder zeigte mein Spannungsprüfer kein Potential an. Vielleicht bin ich selber unter Spannung, ging es mir durch den Kopf. Also versuchte ich Isoliert zu stehen und siehe da, alles war unter Spannung. Die Wand, der Heizkörper, selbst die Ausgänge der entfernten Sicherungen standen alle unter Spannung.

So ging ich in den darunter liegenden Keller um nachzusehen. Mit dem Phasenprüfer berührte ich irgend ein Heizungsrohr, Spannung! Der Eisenträger der Hauskonstruktion...auch unter Spannung! Nur die Wasserleitung, stellte sich heraus, hatte das Potential Null. Bei der genauen Untersuchung entdeckte ich, dass die Lichtinstallation im Keller einen Erdschluss auf die Eisenkonstruktion des Hauses verursachte. Der dabei fliessende Strom war aber zu klein um einen Kurzschluss herbei zu führen. Auch die verschiedenen Potentiale im Bad wo der Maurer arbeitete waren zum Glück zu klein um tödlich zu wirken. Der Maurer hat noch einmal Glück gehabt.

 

 

So richtig im Schuss...
Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, Dezember 05

Kürzlich während einer periodischen Kontrolle in einer Hobbyschreinerei..... 

Ich war gerade daran alle in der kleinen Werkstatt befindlichen Maschinen mit meiner Kabelrolle abzuleuchten. So richtig im "Schuss" ging alles gut von der Hand und nur kleine Mängel waren vorhanden. Auch die eben erfolgte Schutzleiterkontrolle, der in der Mitte des Raumes stehende Tischkreissäge, war zufriedenstellend. 

Nur die "angebastelte" T. 12 Steckdose an dieser Kreissäge gefiel mir nicht und ich beanstandete diesen Mangel. Beim näheren Betrachten der Kreissäge stellte ich fest, dass diese ja gar kein Netzanschlusskabel hat. Wo kommt denn der Strom her? Ich verfolgte das an der T. 12 Steckdose der Kreissäge eingesteckte Verlängerungskabel und siehe da - es war an der Netzsteckdose auf der Verteilung eingesteckt. Ein Verlängerungskabel mit 2 Stecker ! Ich musste mir eingestehen, dass ich diese gefährliche Situation leicht "im Schuss" hätte übersehen können. Also besser schön langsam und genau hinsehen.

 

 

Installationskontrolle mit Tipps und Tricks
Beitrag: Hans-Ruedi Leutenegger, August 05

Viele werden sich beim lesen dieser Zeilen vielleicht sagen: Und das soll was neues sein? Aber vielleicht kann auch ein „Alter Hase“ doch noch etwas profitieren.

Habt Ihr auch Tipps und Tricks so ruft mich an. Ich werde Eure Ideen hier veröffentlichen und so können alle davon profitieren.

Isolationsmessung

Isolationsmessung ist ja ein leidiges Thema. Entweder kann man nicht abschalten, oder wenn es dumm läuft ist nachher ein elektronisches Gerät defekt. Selbst beim öffnen des Neutralleiters haben die meisten von uns ein mulmiges Gefühl in der „Magengegend“.

Neutralleiter öffnen:

Nach dem Abschalten der 3 Polleiter halte ich, während dem Auftrennen des Trenners, meinen berührungslosen Fluke Spannungsprüfer an den abgehenden N-Leiter. (siehe Foto) So merke ich sofort, wenn der Spannungsprüfer Spannung anzeigt, dass eine N-Leiterverwechslung vorhanden ist. Sofort wieder den Trenner schliessen und das Problem suchen.

Ist der Neutralleiter auch wirklich geschlossen?

Beim Schließen des N-Leiters machte ich auch schon die Erfahrung, dass dieser nicht wieder richtig geschlossen hat. Ich mache bei heiklen N-Trennern folgenden Test. Mit einer Niederohmprüfung am Abgang des Trenners kann ich diesen schnell auf seinen Durchgang überprüfen. Einfach NIV Messgerät auf Low Ohm schalten und mit Messspitze auf N-Trennerausgang gehen. Die andere Klemme des Messgerätes ist ja schon auf dem PE-Leiter. Beim Messen fliessen 200mA. Wenn Verbindung OK ist wird ein sehr niedriger Ohmwert angezeigt. Natürlich geht das nicht wenn ein FI vorgeschaltet ist, dieser wird sofort auslösen. In diesem Fall kann der N-Trenner vom Eingang zum Ausgang überprüft werden.

Überspannungsableiter:

Wenn schlechte Isowerte vorhanden sind kann es auch an den ansprechenden Überspannunsableiter liegen welche bereits bei einer Spannung von 275V ansprechen. In diesem Fall die Prüfspannung an Messgerät auf 250 Volt stellen und wenn dann die Werte OK sind liegt es an den Überspannungsableitern.

ISO Messung nach FI Test

Praktischerweise öffnet der FI-Schalter allpolig und so kann nach dem Überprüfen des FI sogleich die Isolation gemessen werden.

Übrigens muss die Isolation bei Neuanlagen immer ermittelt werden auch wenn die Anlage FI geschützt ist. 

Vorsicht beim Auslösen von FI

Ich achte immer darauf, vor dem auslösen von FI, mögliche heikle elektronische Geräte abzuschalten: TV/Radio/Stereoanlagen etc. Beim Ausschalten des FI ist es möglich dass, durch angeschlossene Transformer etc., eine Selbstinduktionsspannung entstehen kann. Elektronische Geräte können dadurch zerstört werden.

Kategorien von Messgeräten

Die Stromnetze werden immer stärker und bei einem Kurzschluss treten immer energiereichere Kurzschlussströme auf.

Schon oft zeigte mein Messgerät bei der Kurzschlussstrom Ermittlung mehr als 10 kA an. Bei den Kategorien der Messgeräte geht es darum, dass ein entstehender Kurzschluss, wegen einer Faschmanipulation oder eines Fehlers im Messgerät, gefahrlos im Messgerät abgeschaltet wird. Dazu sind spezielle Hochenergiesicherungen in den entsprechenden Messgeräten eingebaut. Einige können bis zu 100kA abschalten. Nach dem Ansprechen einer solchen Sicherung ist es wichtig die Sicherung durch eine neue mit den gleichen Werten zu ersetzen. 

Nach den Normen IEC 1010 wird unter 4 Kategorien unterschieden.

Cat 1  geschützte Kleinspannungsstromkreise (in Geräten)

Cat 2  Stromkreise weiter  als 10m von Cat 3 weg oder weiter als 20m von Cat 4 weg.

Cat 3 Hausanschlüsse, Verteilungen, Ortsfeste Installationen von grossen Lasten

Cat 4  Abgänge von Trafostationen, Netzmessungen

Sie sehen, je näher die Distanz zur Trafostation besteht desto höher muss die Kategorie des Messgerätes sein. Gewisse „Billigmessgeräte“ haben diese Kategorien nicht und können eine erhebliche Gefahr für den Benützer und die Anlage darstellen.

 

 

Lebensgefährliche Steckdosen-Installationen
Beitrag: Christian Meier, März 02

Kürzlich überprüften mein Kollege Markus Waser und ich in einem Mehrfamilienhaus die elektrischen Installationen. Diese Kontrolle muss in Wohnhäusern alle 20 Jahre durchgeführt werden. Nach den Wohnungen überprüften wir noch die Steckdosen in den Keller- und Waschräumen. Dabei stellten wir fest, dass alle berührbaren Schutzleiterstifte unter Spannung (230 V) standen.

Wir entdeckten, dass zu einem früheren Zeitpunkt ein Teil der Sicherungsverteilung erneuert wurde. Bei diesen Arbeiten war dem Monteur ein gravierender Fehler unterlaufen. Er vertauschte beim Anschluss zwei Drähte, was die gefährliche Spannung auf den Schutzleiter bewirkte. Fehler können bei jeder Tätigkeit passieren. Aber der Monteur, der die zwei Drähte angeschlossen hatte, beging eine "Todsünde": Er hat seine Arbeit nicht kontrolliert! Und wäre uns diese Installationsänderung vorschriftsmässig gemeldet worden, hätten wir damals bereits eine Kontrolle durchgeführt und diesen schwerwiegenden Fehler entdeckt. Anlässlich unserer periodischen Überprüfung wurde der Fehler von uns sofort behoben und die anschliessenden Messungen waren in Ordnung.

Wenn man bedenkt, dass diese Steckdosen auch für kleine Kinder erreichbar sind, konnte durch unser Eingreifen ein eventuelles Drama verhindert werden, welches sich nur mit Glück nicht bereits ereignet hatte. Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig eine periodische Überprüfung der Elektroinstallationen ist.
 
N.B.  Beachten Sie im Internet die Hompage:
 > www.kontrollbuero.ch < und klicken Sie "Angetroffen" an.

 

 

Fachleute im Einsatz für die Sicherheit
Beitrag: Urs Bindschädler, April 01

Elektrokontrolleure beugen Unfällen im Umgang mit dem „täglichen“ Strom vor

Alltäglich ist er. Trotzdem schenkt man ihm eigentlich kaum Beachtung. Erst wenn er ausfällt, dann vermisst man ihn schmerzlich: den Strom. Der Verband Schweizerischer Elektrokontrolleure (VSEK) mit rund 1200 Mitgliedern führt am 12. Mai 2001 seine alljährliche Delegiertenversammlung diesmal in Winterthur durch. Im Hinblick auf diese Veranstaltung sind einige Gedanken zu diesem Berufsbild angebracht.

Die Elektrifizierung der schweizerischen Energieversorgung setzte 1875 mit der Herstellung von Generatoren und der Nutzung ihrer elektrischen Energie durch Gewerbe und Industrie allmählich ein. Nach und nach wurde die professionelle Elektrizitätsversorgung vorangetrieben. Die Idee unserer Ur- und Uruhrgrossväter war es, dass alle Menschen mit der Zeit die elektrische Energie in ihren Gebäuden zu einem erschwinglichen Preis nutzen könnten. Dadurch entstanden die heute viel verbreiteten verschiedenen EW’s und EVU’s. Durch eine Mischrechnung der Kosten aus den Aufwendungen ist der Strom für alle erschwinglich geworden. Ein Leben ohne Strom wäre heute undenkbar. Die topmoderne Welt würde auf dem Kopfe stehen. Gar nichts ginge mehr - weder im Alltag - noch im Beruf - noch in der Freizeit. Frust und Ratlosigkeit wären die Folge.

Sicherheit grossgeschrieben

Bis heute sind die Elektrizitätswerke (Energieversorger) gesetzlich verpflichtet, die elektrischen Installationen tournussgemäss zu kontrollieren oder kontrollieren zu lassen. Neu erstellte Anlagen müssen innerhalb eines Jahres nach Fertigstellung überprüft werden. Dank diesen gesetzlichen Grundlagen und den geltenden Vorschriften ist das Todesrisiko für Mensch und Tier stark gesunken. Die Kontrolle schafft auch einen hohen Schutz für unser Hab und Gut.

Die Überprüfung der Installationen durch Fachleute ist keine Schikane, sondern dient in erster Linie der Sicherheit. Dass die Stabilität von Brücken und Staumauern regelmässig kontrolliert werden müssen, liegt auf der Hand. Auch die Kontrolle der elektrischen Installationen ist wichtig und kann Leben retten. So praktisch der Strom ist, so gefährlich kann er sein, wenn er unsachgemäss angewendet wird, oder in fehlerhaften Installationen und Geräten fliesst. Unfälle; sogar Tödliche sowie Brände sind dann nicht auszuschliessen. Um solchem vorzubeugen sind Fachleute, aus welchem unser Verband besteht, unerlässlich.

Strommarkt Liberalisierung

Mit dem Ruf nach Liberalisierung und Marktfreiheit der elektrischen Energie kommt nun jedoch einiges ins Wanken. Bis heute ist die Überprüfung der elektrischen Installationen ein Bestanteil der Energietarife. Der Installationsinhaber muss die Beurteilung der Anlage nicht berappen. Einzig die Instandstellung fehlerhafter Anlageteile geht zu seinen Lasten. Bei Neubauten dient die Abnahmekontrolle nebst der Sicherheit auch der Qualitätssicherung. Auch diese Abnahme ist noch kostenlos. Jeder der ein Werk erstellen lässt, möchte schliesslich für sein Geld eine sichere und gute Installation erhalten. Mit dem neuen Strommarktgesetz und der Überarbeitung der Niederspannungs-Installationsverordnung, welche zurzeit in Bearbeitung sind, wird sich das aus finanzieller Sicht sicher ändern. Mit den Forderungen: die Strompreise sollen sinken; die Monopolstellungen der Energielieferanten solle fallen; der freie Mark muss spielen; wird natürlich auch die Frage laut, wer soll künftig diese Dienstleistungen bezahlen. Mit diesen nun etwas abschweifenden Gedanken möchte ich nur zum Ausdruck geben, dass sich diese und andere Dienstleistungskosten künftig aufs Portemonnaie des Eigentümers, Pächters oder Mieters verschieben werden. Ich frage mich, ob es für uns unterm Strich vielleicht nicht teurer wird.

Verbandstätigkeit

Der Verband schweizerischer Elektrokontrolleure setzt sich ein, den heutigen Qualitätsstandart beizubehalten und wo möglich zu verbessern. Er arbeitet in Fachkommissionen mit und versucht seine Erfahrungen und Kenntnisse einzubringen. Durch Informationen und Kurse werden die Fachleute weitergebildet und über Neuerungen und Anpassungen der Normen informiert. Der Elektrokontrolleur ist heute nicht mehr ein Polizist der Installation. Er soll nebst seiner Kontrolltätigkeit die wichtige Aufgabe der Kontaktperson und des Kundenberaters übernehmen, das in unserer gestressten Arbeitswelt viel zu kurz kommt. Nützen Sie die Gelegenheit, wenn eine Inspektion der Installation bei ihnen gemacht wird und stellen sie der Kontrollperson ihre Fragen. Er wird sie Ihnen gerne beantworten.
  

OK-Präsident Urs Bindschädler

 
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